Geschichte der Menstruation/Stoffbinde

Kaum zu glauben, wie unterschiedlich mit der Menstruation in verschiedenen Zeitaltern und Kulturen umgegangen wurde. Lies doch selbst!

Geschichte der Menstruation (auch Monatsblutung oder Periode genannt). Die Monatsblutung der Frau war seit Beginn der Menschheit ein wichtiges Thema. Und dabei auch die Hygiene während der Menstruation.
Bereits in der Antike verwendeten Frauen sowohl Binden als auch Tampons.

Im antiken Rom sollen die Frauen mit Wachs überzogene Wollröllchen verwendet haben. Inschriften aus Ägypten lassen darauf schließen, dass ägyptische Frauen Tampons aus weichem Papyrus benutzt haben. Der griechische Arzt Hippokrates erwähnte im 5. Jhdt. v. C., das Frauen Tampons, Holzstückchen die mit Stoff umwickelt waren, verwendeten.
Binden wurden aus Leinen oder Stofffetzen zusammengestellt die um die Hüfte festgebunden waren.
In anderen Ländern wurden Tampons und Binden auch aus Gras, Moos, Papier, Wolle oder Tierhäuten zur Blutaufnahme verwendet.

Im Mittelalter was es nicht üblich Unterwäsche zu tragen und Textilien waren damals sehr teuer. (Außerdem war es sogar Frauen und Mädchen verboten welche zu tragen). Somit konnte das Blut an der Innenseite des Oberschenkels auf die Erde laufen und alltägliche Gegenstände wurden dadurch beschmutzt.
Manche Frauen, die sich Stoffe leisten konnten, nähten sich aber selbst gemachte Stoffbinden.

Im 19. Jhdt. galt das Wechseln von Binden als schädlich, da so der Blutfluss vorzeitig gestoppt würde. Außerdem wurde empfohlen, sich nicht zu waschen, nur eine Binde zu verwenden und die Unterwäsche nicht zu wechseln.

Ende 19. Jhdt. gab es die erste Wegwerfbinde in Deutschland zu kaufen. Damals waren sie für Frauen kaum leistbar bzw. noch nicht technisch ausgereift. Kurz danach kam in den USA die erste industriell gefertigte Wegwerfbinde auf den Markt, aber war für die damalige prüde Zeit zu fortschrittlich und floppte.

Anfang des 20. Jhdt. verwendeten viele amerikanische Frauen selbst gemachte Stoffbinden, die aus demselben Material bestanden wie Babywindeln. Die Binden wurden mittels selbstgemachten Mullgürteln oder mit anderen Materialien an der Unterwäsche oder am Körper festgemacht.

Im ersten Weltkrieg erkannten Krankenschwestern in Frankreich die Wirkung der absorbierenden Zelluloseverbände. Sie verwendeten die Verbände nicht nur für verwundete Soldaten sondern auch für ihre Menstruation.

In den 20iger Jahren kam Kotext, eine Binde aus Baumwolle und Gewebe, auf den Markt. Allerdings konnten diese Binden nur mit wiederverwendbaren Bindengürtel verwendet werden. Aber da sich die Mode bereits änderte, und Unterwäschen enger und anliegender wurden, hielten die Binden und Bindengürtel an der richtigen Stelle.

In den 30iger Jahren patentierte und produzierte Lenora Chamerls die erste wiederverwendbare Menstruationskappe. Aber nachdem die Wegwerfprodukte immer beliebter wurden und vielen Frauen mit dem eigenen Blut nicht in Berührung kommen wollten, setze sich die Wegwerfbinde durch.
Zu dieser Zeit kam auch der erste Tampon mit Einführhilfe auf den Markt und wurde noch zu Hause mit der Nähmaschine und mit einer Kompressionsmaschine produziert

Der erste Tampon ohne Einführhilfe, mit gleitfähiger Spitze, kam in den 50iger Jahren auf den deutschen Markt.

Die erste Binde mit Klebestreifen kam Ende der 60iger Jahre auf den Markt, und setzte den Bindengürtel, Sicherheitsnadeln und Klammern ein Ende.
In dieser Zeit wurde nochmals die Menstruationskappe auf den Markt gebracht aber das Interesse war noch immer nicht sehr groß und somit verschwand die Kappe wieder.

Ende der 80iger Jahre kam nochmals eine Mondtasse auf den Markt, die bis heute noch erhältlich ist. Das Material ist angenehmer und natürlicher geworden, sodass viele Frauen seither überzeugt sind.

Heutzutage kommen waschbare Stoffbinden immer mehr in Mode aus den verschiedensten Gründen wie Umweltschutz, Nachhaltigkeit, Bequemlichkeit, Kostenersparnis, Hautverträglichkeit, da Stoffbinden aus einem natürlichen Material bestehen.

Die modernen Stoffbinden gibt es bereits in verschiedenen Größen und Varianten. Egal ob bunt oder natur, sie sind fast alle aus Bio-Baumwolle und mit einer wasserundurchlässigen Schicht in der Mitte versehen. Sie sind langlebig und können ganz einfach in der Waschmaschine gewaschen werden. Viele verwenden Sie als Zusatzprodukt zu Tampons, Mondtassen, etc.

Kultur/ Religion

In Kulturen religiös-traditioneller Prägung sind Binden/Slipeinlagen oft verbreiteter als Tampons oder anderen Hygieneprodukte die man einführen muss, um das Jungfernhäutchen nicht zu beschädigen.


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